Fernschreiber

G13 oder ein anderes Gipfeltreffen

Schanze (GE)

Im Stillen und im Schutze der üppigen Schatten, die die ebenso üppig lodernde Sternschanze in
Hamburg dieses Jahr geworfen hat, hat noch ein zweites Gipfeltreffen stattgefunden, von dem nur
die wenigsten wissen:
G 13, auch bekannt als Gyn 13, Girls 13, respektive: Die G-Punkte.
Litauen, Chile, die Republik China, Kroatien, Nepal, Deutschland uvm. haben eines gemeinsam:
Sie werden von Mädchen regiert.
Ein Treffen aller amtierenden Regierungschefinnen also. Ein buntes Treffen von Hintern, Oberschenkeln,
wogende Brüsten, Industrienationen und Schwellenländern, alle versammelt an einem Tisch.
Die Stimmung an diesem Tisch: Gelöst, ebenso die Frisuren. Man bleibt unter sich: „Gegendert“ wird
hier nicht, alle anwesende Personen sind weiblich: Die Journalistinnen, die Caterer, sogar das
Sicherheitspersonal.
Trotz des saloppen Beisammenseins werden ernste Themen verhandelt.

Als Headliner steht auf der Liste der zu besprechenden Themen die Konfektionsgrößen-
Problematik: Sie soll international genormt werden.

Kopfschütteln bei Tsai Ing- Wen, der kleinen Präsidentin der Republik China und Bidhyia Devi
Bhandari, der noch kleineren nepalesischen Präsidentin, die beide verstohlene Blicke auf Kolinda
Grabar- Kitarovic werfen, deren linke Brust mehr Volumen aufweist als die vier Brüste der zwei
Asiatinnen zusammen.
Zweites großes Thema des Treffens soll sein, eine Lösung für das ewige Kopfsteinpflaster- Problem
zu entwickeln, dem sämtliche Heels – Trägerinnen immer wieder zum Opfer fallen. Kopfschütteln
auch jetzt, überall bei den Nicht- Europäerinnen. Kersti Kaljulaid übergeht es. Couragiert und mit
lauter Stimme verficht sie ihre Vision, alle gepflasterten Strecken Europas mit je einem
durchgängigen Teerstreifen zu versehen, um die Überquerung derselbigen per pedes möglich zu
machen, ohne sich dabei Absätze und/oder Sprunggelenke zu beschädigen.
Gemurre wird laut, „Daß ßind doch weßtliche Probleme, macht daß ßuhauße auß!“ ruft Veronica
Michelle Bachelet Jeria. Beifälliges Gepöbel erhebt sich, die Stimmung am Tisch droht zu kippen.
Bis schließlich das jüngste Staatsoberhaupt der Welt, Vanessa D’Ambrosio, mit der längst
überfälligen Forderung nach wirklich schnell trocknendem Nagellack die Geister wieder eint.
Internationales Nicken als Reaktion auf ihren Ausruf ermuntert die junge Dame, das Problem
ausführlicher zu erläutern: Mit frisch lackierten Nägeln noch schnell pinkeln gehen – simply
impossible, ohne sich den Lack zu versauen.

Das Kernthema Konfektionsgrößen und der Teerstreifen für den Stöckelschuhcatwalk bleiben weiterhin ungeklärt. Um hier zu einem Abschluss zu gelangen ziehen sich Grabar- Kitarovic und D´Ambrosio zu einem 4-Busen-Gespräch zurück ins Hinterzimmer, nämlich die Damentoilette. Geht man eh immer zu zweit hin. Der Eyeliner muss schließlich auch nochmal nachgezogen werden. Währenddessen wird an einer abschließenden Erklärung gefeilt, ja gefeilt, letzte Themen werden per Mehrheitsbeschluss im Schnellverfahren durchgewunken. U.a. eine Attraktivitätsquote für männliche Erzieher und Lehrer in Ki-Tas und Schulen, außerdem die eingenähte Tampontasche in Business Anzügen für Frauen, sowie die Forderung nach speziellen Sitzen mit außreichend Platz für die Shopping Einkäufe in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zwischenzeitlich haben sich auch Kitarovic und D´Ambrosio wieder auf Ihren Plätzen eingefunden. Schlussendlich zeichnet sich eine Kompromisslösung für den Catwalk ab: Die Ritzen zwischen dem Kopsfsteinpflaster sollen verharzt werden, um so einen besseren Gang zu gewährleisten, ohne die Optik des Pflasters dabei unnötig stark zu verändern. Die Konfektionsgrößenthematik wird beim nächsten Gipfel in Mailand erneut auf der Agenda stehen. Fürs Protokoll heißt es, man arbeitet an einer gemeinsamen Lösung, auch außerhalb Europas. Das allerdings bekommt Veronica Michelle Bachelet Jeria gar nicht mehr mit, sie hat in der Zwischenzeit Ihren 10-Jährigen Sohn und Ihren Chihuahua an den Verhandlungstisch geholt.

Auf ein neuen G13, in Mailand 2020. Weniger Polizei und mehr Chippendales, Eyeliner und High-Heels, um die Welt zu retten

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