Fernschreiber

Neues aus dem Leben des Patrick P. Flausch

Verehrte Leserschaft, in den letzten Wochen erreichen uns Haufenweise Mails, Postkarten und Brieftauben, die alle nur eines gemeinsam haben: Die Frage, wann und wie es mit Patrick P. Flausch weitergeht?

Liebe Leserschaft, wir wollen Ihnen die weitere Entwicklung des Patrick P. Flausch nicht vorenthalten. Begleiten Sie diesen jungen, interessanten Menschen auf den Irrungen und Wirrungen des Lebens.

Es war kalt. Und das lag nicht nur daran, dass man mir Heizung abgedreht hatte, da ich leider den Mietzuschuss des Amtes in ein neues Monokel investiert hatte. Nein, ich rede von einer sozialen Kälte, die mich frösteln ließ. Ich war einsam. Alleine in einer großen Stadt ohne Arbeit und Freunde. Hinzu kam, dass meine linke Wange wieder brannte. Leider war ich wieder einmal mit dem Gesicht in meiner Kotze eingeschlafen. Es musste etwas geschehen. Sähen mich meine blaublütigen Eltern, sie würden mich enterben. Vater hatte mir immer angeboten die heimischen Gestüte zu übernehmen. Aber nein, so nicht. Ich wollte es selbst erreichen; in Hamburg.

Eine Stunde später sattelte ich mein Pferd, dass vor dem Haus an einen Baum gebunden war. Tatsächlich hatte ich ein Vorstellungsgespräch ergattern können. Die Firma war mir völlig unbekannt: Goodgame Studios. Allerdings hörte ich, dass sie dort etwas vertrieben, dass mit Rittern und Königreichen zu tun hat. Wer wäre dafür besser geeignet, als eine royale Gestalt wie ich.

Nachdem ich mein Pferd angebunden und eine Person am Empfang gebeten hatte, dieses zu striegeln und mit Hafer zu versorgen, wurde ich auch schon abgeholt und in einen Raum geführt. Auf dem Weg dorthin beschlich mich das erste Mal ein mulmiges Gefühl. So sah ich einen jungen Mann, der in einem mittelalterlichen Hängekäfig an der Decke befestigt war. Auf meine Frage, ob dies ein Pferdedieb sei und deshalb hänge, wurde mir mitgeteilt, dass dieser nach eine Lohnerhöhung gefragt habe. Weitere Merkwürdigkeiten ereigneten sich während unseres Ganges in den Raum. Eine Gruppe Rollstuhlfahrer wurde zu einem Ausgang geschoben und dort einen Abhang runtergerollt. Was hatte dies zu bedeuten? „Das waren faule Stücke. Mehrmals wurden sie ermahnt bei der Arbeit endlich mal die Beine in die Hand zu nehmen und sich auch mal für die Firma zu strecken. Aber nichts. Jetzt können sie schön wieder in der Behindertenwerkstatt Holzlöffel sägen.“ Mir schien das Klima in der Firma durchaus vertraut. Auch auf dem Gestüt meiner Eltern werden die Leibeigenen nicht gerade zimperlich angefasst.

Nun gut, wir betraten den Raum, in dem das Gespräch stattfinden sollte und setzten uns.
Die Beiden, ein Zahnarzt und ein Anwalt, saßen mir gegenüber. „Ich hoffe es stört sie nicht, wenn wir nebenbei etwas Geld zählen Herr Flausch? Wir fliegen heute Abend noch in die Schweiz und müssen daher ein paar Vorbereitungen treffen.“ Daraufhin legten sie große Bündel Geld auf den Tisch und begannen zu zählen.

„Herr Flausch, die wichtigste Frage bei uns ist, was Sie verdienen wollen. Wir bezeichnen uns selbst als Start Up und haben dementsprechend natürlich wenig finanziellen Spielraum.“

Jetzt musste ich geschickt vorgehen. Ich sollte erstmal niedrig ansetzen, um meine potentiellen Arbeitgeber nicht zu verschrecken. Vielleicht sollte ich das Ganze humoristisch auflockern.
„Also etwas mehr als den Mindestlohn hätte ich schon gerne“ sagte ich und setzte mein nettestes Lächeln auf.

Die Reaktion der Beiden war verblüffend. Mit Zornesröte im Gesicht sprang der Zahnarzt auf, zog eine Peitsche und peitschte mir ins Gesicht. Solch eine Behandlung war ich nicht gewohnt und stand perplex vor meinen Peinigern.

„Schafft ihn weg“, brüllte der Anwalt. Zwei gorillaähnliche Menschen betraten den Raum und zerrten mich raus.

„Wohin bringt ihr mich?“, verlangte ich zu wissen. Die Antwort sollte mir nicht gefallen. Sie schleppten mich in einen Raum, in dem schon einige Leute in Prangern befestigt waren. So sollte es auch mir ergehen. Sie spannten meine Hände und den Kopf in den Pranger ein und hängten mir ein Schild um:

„Ich bin im Ort das größte Schwein, ich lass mich nicht auf Goodgames ein“

Was für ein Tag. Sobald ich aus dieser misslichen Lage entkommen wäre, würde ich erstmal das nächste Wirtshaus aufsuchen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass mich dies einen großen Schritt voranbringen sollte.

Aber davon nächstes Mal mehr.

Euer Patrick P. Flausch

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