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Desaster G20 oder Win-win-Situation ? – ein Kommentar

Nicht jedem war beim G20-Gipfel nach Grillen zumute...

Hamburg (Germany) – Heimatstadt der Redaktion

Der G20-Gipfel 2017 ist vorbei. Politik, Presse, Medien, Anwohner und Teilnehmer überschlagen sich mit Verbalattacken, Beschuldigungen und Entsetzen über die Gewaltexzesse in der großen deutschen Hafenstadt. Mal nüchtern von allen Seiten betrachtet, sollte doch eine Win-Win Situation für jeden entstanden sein. Die verschiedenen Player des Gipfels einmal isoliert betrachtet:

Politik 1: Der Gipfel an sich, nur eine Randerscheinung. Kleine Erfolge wie die Isolierung von Donald Trump im Klimaschutz waren nichts als Strohfeuer. Zu einer klaren gemeinsamen Erklärung konnte man sich nicht durchringen. Eine Waffenruhe in Syrien wurde vereinbart,  die nur solange hält bis die Eiswürfel in Putins Wodka geschmolzen sind. Kurzum – nichts anderes als erwartet. Kaviar, Labskaus, Beethovens 9te und die Minibar der Edel-Hotels wurden genossen – gut geschützt vom zweiten Spieler im Spiel- der Polizei!

Polizei: Der Job der Polizei, wahrlich kein Traum des schwitzenden Schwarzen Blocks der Exekutive der Bundesregierung. Mit Spannung war erwartet worden wie Hardliner Dudde die gesamten Hundertschaften in Hamburg in Stellung bringt. Schon im Vorfeld wurde eine relative Null-Toleranz Strategie gefahren. Eine Strategie die aufging, als man bei der, mit traurig-erlangter Berühmtheit, abgebrochenen „Welcome to Hell“ Demonstration provozierte und das bekam, worauf einige in den Bereitschaften und auch die Einsatzleiter lange warteten! Brandstiftungen,  Sachbeschädigungen, Gewaltexzesse, Flaschenwürfe, Beleidigungen – jede Menge berechtigte und unberechtigte Gründe hart durchzugreifen! Knüppel, Pfefferspray, Wasserwerfer und Tränengas konnten endlich breit eingesetzt werden, die Gewalt rechtfertigte das! So wie erwartet worden war!

Schwarzer Block: Lange blieb es im Vorfeld ruhig, sämtliche Gruppen mobilisierten seit Monaten, kundschafteten die Gegenden rund um den zentralen Veranstaltungsort aus und blieben –  und das war neu – ruhig in verschiedensten Demos vor dem Gipfel und sogar am ersten Mai. Ergriffen die traurige Chance als Sie da war und legten Hamburg, für sich selbst legitimiert, weil die Bullen provoziert hatten in Schutt und Asche. Überforderte Einheiten der Bereitschaften rannten den gut organisierten Guerilla-Einheiten hinterher, die, als Sie die Blöcke nicht wiederfanden auf den hippen Flaschenwerfer, den Gaffer und Anwohner in der Schanze und Umgebung eindrosch.. Die eigentlichen Täter, liefen fein davon. Alles so wie geplant, Gewalt und “ antikapitalistische “ Zerstörung gestiftet – und davon gekommen!

Politik  2: Als die letzten Feuer gelöscht waren und die letzten Barrikaden geräumt wurden, kamen all die CDU, CSU und auch SPD-Politiker um die Ecke, die auf die Gewalt von Links gewartet hatten und härtere Strafen für linke Gewalttäter forderten. Europakartei, Präventivschläge und das allgemeine Gejammer der Polizeigewerkschaft, wir brauchen mehr Beamte waren wieder salonfähig. Die Einsatzleitung Hamburg konnte sich für Ihre nicht unbedingt gute Strategie und die hohe Anzahl an Beamten, mit der ausgeuferten Gewalt rechtfertigen, obwohl man die Leute, die am meisten zu leiden hatten, nämlich die Bürger in Hamburg nicht schützen konnte. Donald, Recep Wladimir und Angela waren eben doch wichtiger als die Shops in der Großen Bergstraße!

Sei‘s drum, der kurze Abriss zeigt, dass der Gipfel nun doch gar nicht so schlecht ablief für die zentralen Beteiligten. Jeder hatte doch was davon. Leidige Verlierer: Die friedlichen und kreativen Demonstrierenden, von denen kaum einer Notiz nahm. Die Flüchtlinge, die weiterhin auf dem Meer ertrinken. Die Menschen in Syrien, im Jemen oder Afghanistan, die immer noch Krieg ausgesetzt sind – Verlierer sind doch erstmal egal, es zählen doch nur die Gewinner! 

Herzlichst, Ihr

Horst „Flora“  Feuerstein

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