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Alarmierender Zustand: Deutschland gehen die LKW-Fahrer der Zukunft aus

Berlin (GE) „Was sind 10 SS-Leute auf einem Lastwagen? Eine Hohlladung.“ Ein kurzer Moment der Erheiterung, den man nur kennt, wenn man sich mit einem LKW-Fahrer mal einen zur Brust genommen hat. Generationen von linken Armen, die nur bis zum T-Shirt-Ende komplett gebräunt sind. Rechte Arme, die über Jahrzehnte einfach komplett weiß bleiben. Links Barfuss und rechts mit der Birkenstock-Sandale das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt. Durch Maut-Schranken einfach durchgebrettert und geschlafen in der Kühlladung des Anhängers. Die letzten Cowboys der Straße sterben aus. Nach dem Tod des Marlboro-Cowboys sind nach dem vermutlichen Aussterben der LKW-Fahrer, die Karl-May-Festspiele dem Tod geweiht. Im Jahr 2015 existierten 14 Millionen Fahrerlaubnisse für Lastkraftwagen in der Bundesrepublik Deutschland. Bloß tatsächlich mit LKW´s fahren möchte niemand. Nur als kleines Kind, aber schon gar nicht beruflich. Speditionen und Logistiker über Europas Grenzen hinaus sind verzweifelt, weil ein ganzer Berufsstand zum Sterben verurteilt ist.

Wo bleibt der Brummi-Nachwuchs? Und warum liegt hier Stroh?

Touren von Kiel bis nach Havanna in nur zwei Tagen. Selbst in der Fahrerkabine werden noch drei Schweine transportiert, weil die Ladung im Anhänger einfach voll ist. Helden der Straße – Geschichten des Alltags. Was passiert aber, wenn niemand mehr Lebensmittel oder Elektronikprodukte von A wie Aachen bis B wie Belgien fahren will. Nach Belgien möchte sowieso niemand, aber verehrte Leser, sie verstehen das Prinzip. Engpässe im Einzelhandel, erhöhte Nachfrage, steigende Rohstoffpreise, erhöhte Preise in den Supermarktregalen, Peng: Inflation. Künstliche Inflation, die von der Bundesregierung aufgrund der erhöhten Steuereinnahmen gern gesehen sind, aber kein Versuch unternommen wird, politisch einzugreifen. Es sind die kleinen Dinge, wie der Nachwuchs wieder an einen Berufsstand rangeführt werden kann. Auf Kirmes- und Domschauplätzen könnten kleine Brummi-Simulatoren aufgestellt werden. Auch Bullenreiten würde sich hierfür anbieten. Gibt es eine offizielle App des Bundesverbands der Güterkraftverkehr Logistik und Versorgung? Egal, was diese App kann. Eine junge Generation wird nur durch den App-Store für einen Beruf begeistert. Prämien, wir brauchen Prämien. Wer trotz Pausenverbots 14 Stunden auf den Autobahnen unterwegs ist, braucht Vergütungen. Vergütungen in Form von Euronen und nicht in Form von rumänischen ….(Sie wissen schon).

Diese Ideen stellen wir hier kostenfrei zur Verfügung, weil wir an eine Zukunft glauben. An eine Zukunft, an der Sonntags auf der dreispurigen A1 gleich auf allen drei Fahrspuren LKWs sich gegenseitig überholen.

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