Fernschreiber

Lebensmittelskandal: In Wiener Würstchen stecken gar keine Wiener

Wien (GE) Die Lebensmittelindustrie unterliegt einem stetigen Wandel. Begriffe wie „cook and chill“, „vakuumisiertes grünes Zeug“ oder „veganer Currywurst-Gewürzketchup“ stehen sinnbildlich für eine Generation, der die Massentierhaltung nicht egal ist und die daran interessiert sind, mehr über Nachhaltigkeit als über Stiernacken zu erfahren. Unverständlich. Der Genuss einer knackigen Pelle ist etwas, nach dem sich die Länder aus der dritten Welt sehnen. Eine Köstlichkeit, die jedem seit Kindertagen bekannt ist, sind die Wiener Würstchen. Statistisch gesehen, isst jeder Deutsche alle viereinhalb Tage ein Wiener Würstchen.

Und nun zum Skandal: In Wiener Würstchen sind gar keine echten Wiener.

Das Wiener Würstchen ist nur eine Abwandlung des Frankfurter Würstchens und wird im Gegensatz zu diesem aus Rind- und Schweinefleisch hergestellt. Keine zerhackstückelten Bewohner Wien´s. Die Würstchen werden ohne Arme oder Beine mit österreichischen Migrationshintergrund ausgeliefert. Auf Nachfrage äußerte sich die Chefredakteurin der Lebensmittelzeitung, Angela Wisken, gegenüber dem Gesellschafts-Echo: „Keine einziges Stück Fleisch eines Wieners sind in den Würstchen enthalten. Wie kommen Sie überhaupt auf so etwas?.“ Generationen sind in die Falle der Werbeindustrie getappt. In Wirklichkeit sind Wiener Würstchen im übertragenen Sinne Made in Germany. Ähnlich wie im VW-Abgasskandal kann das nur die Spitze des Eisbergs sein. Sind in Thüringer Würstchen ebenfalls keine echten Bewohner Thüringens enthalten? Stecken in Königsberger Klopse gar keine Könige mit blauen Blut? Werden im Kaiserschmarren doch nicht die Enkel unserer Lichtgestalt Franz Beckenbauer Stück für Stück eingearbeitet?

Die Lebensmittelbranche hat eine neue Krise. Vielleicht eine Krise aus die Sie nur herauskommt, wenn Sie die Enkelkinder vom Kaiser opfert und die restlichen Enkel vor Discountern tanzen lässt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*