Fernschreiber

Ein offener Brief des Herausgebers: #FreeBoehmi

Verehrte Leserinnen, verehrter Leser,

eigentlich haben unsere Kolumnisten mit ihren Fachbeiträgen zur aktuellen Person non grata alles gesagt. Unser Chefkolumnist KAHLSCHLAG verfasste in den letzten Tagen folgenden Satz, dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist: Satire ist kritisch, bleibt wachsam und wird immer überspitzen!“ So, dachten wir, ist eine klare Positionierung und ein Statement abgegeben worden, dass mit seiner stählernen Aussagekraft keinerlei Erklärung bedarf. Unser Star-Kolumnist, der erst kürzlich aus dem Polit-Resort der F.A.Z. eingekauft wurde, Patrick. P. Flausch, ging mit seinem Kommentar zum Fall Böhmermann härter ins Gericht. Aber welches Medium, wenn nicht ein Satire-Medium, darf sich Pro und eben auch Contra zu einem Fall von öffentlicher Satire-Anfeindung äußern? Als Herausgeber bin ich in unserem Haus nicht nur für die Erarbeitung einer publizistischen Leitlinie, sondern auch gemeinsam mit unserem Chefredakteur für die monatliche Blattplanung verantwortlich. Auch die Auswahl an Rechtsschreibfehlern und Grammatikpatzern wird zentral geplant.

Einen Eingriff in den journalistischen Alltag, erlaube ich mir als Herausgeber nicht. Und das sollte sich eine Bundesregierung, die auf Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und in Steueroasen zuhause ist, sich auch nicht erlauben.

Erstaunlicherweise äußerte sich jüngst Matthias Döpfner, CEO von einem kleinen Berliner Verlag, und machte sich die Worte von Bömermann zu eigen. Ohne seine pubertierende Tochter wüsste der Herr Töpfer (Vorname und Nachname ist mir gerade kurz entfallen) nicht einmal, wer Jan Böhmermann ist. Ob er wohl weiß, dass die Sendung, in der das Gedicht eingebettet war „NEO MAGAZIN ROYAL“ heißt und nicht im ZDF, sondern auf diesem ZDFneo Jugendsenderdinsgbums ausgestrahlt wird? Es bleiben Zweifel. Aber Hey, der bärtige Diekmann von der BILD publiziert auf einmal auch ein Satire-Beitrag. In einem nachgemachten und gefakten Video-Interview mit (nennen wir ihn jetzt einfach liebevoll) Böhmi, soll so etwas wie ein(e) Parodie/Witz/Satire-Beitrag entstehen. Während die BILD-Leser mit „ROFL“, „LOL“ und „HDL“ antworten, antworten wir von der Redaktion mit: „Hashtag HOMO“.

Eine kurze Frage muss hier erlaubt sein: Ist das Satire oder schon Schmähkritik? Das es nicht lustig ist, ist unumstritten. Dass beide Herren und der juristische Prozess nicht witzig sind, ist ebenso unbestritten. Konzentrieren wir uns alle wieder auf das, was wir am besten können. Viele können nichts. Wir in der Redaktion können aber „kritische Satire liefern, die wachsam ist und immer überspitzt daherkommt“.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Herzlichst,

Ihr Herausgeber des Gesellschafts-Echo

#mimimimimimimimimimimimimi #Satiredarfalles #HumorloseKackbratze

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