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Warum ist mir der Valentinstag nur so egal?

Faktisch bewiesen: Alle Satiriker sind sapiosexuell

Blumenrepublik Deutschland (GE) Jedem kirchlichen oder gesetzlichen Feiertag geht ein historisch wertvolles Ereignis voraus: An Karfreitag wurde Amazon gegründet, am ersten Mai feiern wir die Erfindung der Laktoseintoleranz und an Mariä Himmelfahrt stärken wir unseren Glauben an das Reinheitsgebot.

Nun befindet sich der Valentinstag in der misslichen Lage, zumindest offiziell weder Feiertag noch historisch bedetungsvoll zu sein. Darin begründet sich auch die erste Antwort auf die Frage: Warum ist mir der Valentinstag nur so egal? Googlen Sie doch mal ausnahmsweise nicht „Was esse ich heute Abend?“ oder „Abmahnung von Anwalt wegen Porno streamen, was tun?“, sondern:

Warum feiern wir den Valentinstag?

Vermutlich landen Sie auf einer dusseligen Ratgeberseite, die Ihnen im Kurzdurchlauf folgendes erzählt: 14.02.269, Bischof Valentin, Italien, Verliebte, Blumen, Romantik, Glauben, Enthauptung, Weltkrieg, Soldaten, Ball, Parfums, Konfekt, rote Rosen, Geschenkartikel.
Sind wir mal ehrlich, außer „Weltkrieg“ war nun nichts Spannendes unter den Schlagworten dabei. Und selbst „Weltkrieg“ ist dank zahlloser n-tv-Weltkriegdokus nun auch kein Reizthema mehr, oder?

Nachdem nun die Frage nachdem Warum unbefriedigend beantwortet wurde, widmen wir uns der vielleicht spannenderen Frage:

Wie wird der Valentinstag gefeiert?

Die Faktenlage:
– ca. 30% der Deutschen findet den Valentinstag „sehr wichtig
– aha
– weitere 30% ist dieser Tag „gleichgültig
– das letzte Drittel feiert ihn „dem Partner zuliebe

Zusammengefasst feiern also zwei Drittel der Deutschen den Valentinstag gar nicht bzw. nur, weil sie sich den Wünschen des Partners unterjochen. Glückwunsch. Dabei geben sie für die liebevollen und kreativen Opfergaben durchschnittlich 20-40€ aus. Verehrte Leserin, verehrter Leser: Bevor Sie sich nun erwartungsvoll auf Liste der häufigsten Valentintstagsgeschenke stürzen, soviel vorab, jedes Geschenk erfüllt folgende Kriterien: „Kostet mich keine bis wenig Kreativität“, „Würde ich selbst nicht haben wollen“, „Kann meine Beziehung auch nicht mehr retten“ und „Führt im schlimmsten Fall zu Geschlechtsverkehr“.

Lesen Sie selbst, *Trommelwirbel*, das Who’s Who der einfallslosesten und leider auch noch ernst gemeinten Geschenke:

Blumen, Süßigkeiten, Briefe/Karten, Romantisches Dinner, Musik, Kleidung, Parfum, Schmuck, Gutscheine, Dessous, Elektrogeräte. Erinnert ein wenig an die Hobby-Liste einer 32 jährigen-Bürokauffrau: „Lachen, Tanzen, Kochen, Sport, Filme, Musik, Freunde treffen, Reisen <3“.

Es gibt noch so viele spannende und unbeantwortete Fragen zum Valentinstag, wie zum Beispiel: Wie hoch ist die Trennungsrate bei Paaren aufgrund unbefriedigter Erwartungshaltung? Gibt es eine App für das passende Geschenk? Wieso freut sich meine Partnerin nicht über den selbstgemachten Window-Colour-Penis? All die Fragen müssen beantwortet werden. Allerdings nicht heute. Ich muss noch zur Bank. 20-40€ abheben und an der Tanke unansehnliche Schnittblumen für 23,95€, eine hässliche Herzkarte für 3,95€ und natürlich belgische Meeresfrüchte für 14,99€ kaufen. Verdammt, damit liege ich über dem Ausgabendurchchnitt! Obwohl, vielleicht rettet das meine Beziehung.

Valentinstag – ist und bleibt mir egal.

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