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Faktisch bewiesen: Alle Satiriker sind sapiosexuell

Faktisch bewiesen: Alle Satiriker sind sapiosexuell

Antike (GE) Die Lügenpresse GmbH prasselte mal wieder mit allen Mitteln auf die arme Leserschaft der verbliebenen Printleser ein. „Winterkorn verdieselt sich!“ (BILD), „Geld für Kinder statt Flüchtlinge“ (SZ) oder „Kölsch macht schlau“ (EXPRESS) sind nur ein paar Botschaften, die den willigen Leser an die Kette der Nachrichtenpresse binden wollten. Ok, bei einer Schlagzeile bin ich auch hängegeblieben: „Ich wollte einen Job und bekam einen Penis.“ (Huffington Post). Dieses Blatt ist nur online verfügbar, also draufgeklickt.

Einen Artikel dazu oder zumindest eine kurze Erklärung der Headline gab es nicht, dafür andere neugierigmachende Schlagzeilen, die mich zum Scrollen und Verweilen auf der Seite einluden. „UFO-Sekte will jetzt Hitler klonen!“ oder „Dreharbeiten im Eichsfeld: Filmteam sucht 500 hässliche Thüringer.“ Ich war anscheinend auf einer dieser Satireseiten gelandet, von denen mich mein Großvater schon damals gewarnt hatte. Bis ich plötzlich auf ein Zeitschriften-Cover mit dem Konterfei von Kurt Beck stieß. Was an sich nicht schon erschreckend genug wäre, aber darüber war groß die Schlagzeile zu lesen: „Knallt das Monster ab.“ Was einen Leser mit akademischen Grad und mittelschweren Alkoholproblemen jetzt in Starre verfallen lassen sollte, löste bei mir ein lautes „Hahaha“ aus. Das sind sie also, diese Satiriker.

Von einem Kollegen aus einem großen Hamburger Lügenpresse-Haus habe ich erfahren, dass in der Branche alle Satiriker als sapiosexuell gelten. Mit dem Wort Sapiosexualität wird die erotische Hingezogenheit zum Intellekt einer anderen Person bezeichnet. Wer die Wahrheit so bravourös verzerren kann und damit von Einigen auch noch für volle Möhre genommen wird, kann nur der Mittelpunkt der Begierde sein. Treffend hierzu auch die Schlagzeile von den Schweizer Kollegen von 20min.ch: „Sapiosexuelle stehen auf Hirn statt Sixpack.“

Wenn Sie also einmal einen Kommentar unter einen Artikel des Gesellschafts-Echos schreiben oder einen Facebook-Post kommentieren und darauf eine Antwort erhalten, seien Sie vorsichtig: Sie könnten auf uns stehen, denn wir sind Satiriker.

Ihnen können wir es ja verraten: Auf dem Cover eines der nächsten Ausgaben des Playboy wird ein Satiriker zu sehen sein. Frauen stehen eben auf Macht und Intellekt. Wir beim Gesellschafts-Echo haben von beidem nichts, daher brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Sie werden keinen von uns im Adamskostüm erblicken.

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