Fernschreiber

Quo Vadis Flüchtling?

Da sind sie also, die vom BDI-Präsidenten Grillo als Chance für den Arbeitsmarkt angepriesenen Fachkräfte. 1.000 von ihnen fanden sich an Silvester am Kölner Hauptbahnhof zusammen, um das Flirten mit deutschen Frauen zu üben; wahrscheinlich im Anschluss an eine Ärztekonferenz. Oder sind unter den Flüchtlingen etwa doch nicht so viele Akademiker, wie es zu Beginn der Flüchtlingskrise zu hören war?

Die Flüchtlingskrise ist schon ein Phänomen. Man weiß einfach langsam nicht mehr, von wem man am meisten angelogen wird. Sind es die Politiker mit ihren Adjutanten aus den Öffentlich-rechtlichen, deren Aufgabe es lange war uns gebetsmühlenartig zu erklären, dass wir es schaffen würden und die Bösen die Wutbürger aus Dresden seien. Oder sind es Lobbygruppen von BDI über Pro Asyl bis IFO Institut, die uns wahlweise erzählen, dass morgen der dritte Weltkrieg ausbräche oder nur liebe Menschen kämen, die zwar gestern noch ihre Ziege verprügelt und ihre Frauen vergewaltigt haben oder umgekehrt, in Deutschland aber dieses Land bereichern würden und unsere Rente von morgen sichern würden.

Ein gutes Beispiel für unsere Erregungsgesellschaft und das Funktionieren unsere Medien und Politik bietet der Fall Köln:

Bisher bekannt ist, dass wohl eine große Menge sich vor der Kölner HBF versammelten und es aus dieser Gruppe dann zu tätlichen Übergriffen auf Frauen kam. Mehr Einigkeit wird man aber wohl nicht erzielen können. Unverbesserliche, die immer noch nicht merken, dass dieses Land derzeit in eine Richtung driftet, die den gesellschaftlichen Frieden gefährden könnte, führen an, dass es ja gar nicht bewiesen sei, dass es Flüchtlinge seien. Natürlich: Schwarze Kraushaare, eine Monobraue und Knoblauchgeruch haben auch viele alteingesessene Deutsche, die zudem auch noch perfekt Arabisch sprechen. Noch frecher mutet die Relativierung der Vorkommnisse mit der Behauptung an, dass es auf dem Oktoberfest regelmäßig zu Vergewaltigungen käme. Denn selbst wenn ein paar bayerische Bauern sich an Frauen vergriffen haben sollten, ist dies keinen Deut besser und muss hart bestraft werden. Es rechtfertigt erstens aber keineswegs die Vorkommnisse von Köln und haben sich diese Behauptungen zweitens auch schon als dreiste Lüge herausgestellt. Ferner sprechen wir von anderen Dimensionen: Auf der einen Seite geht es um das größte Volksfest der Welt auf der anderen Seite um die Silvesternacht am Kölner HBF.

Auf der anderen Seite überbieten sich Politiker mit dem Vorbringen von Selbstverständlichkeiten: Man müsse mit der ganzen Härte des Rechtsstaates vorgehen. Dies kann sowieso erwartet werden, passiert aber leider nicht. Ein Grund: Die Gesetze geben noch längst nicht das notwendige Instrumentarium her. Wieso ist ein negativer Bescheid des Asylantrages erst bei einer Freiheitsstrafe von drei Jahren möglich? Drei Jahre! Dafür muss man in Deutschland seine Oma erst erpressen, dann ermorden und hinterher essen. Hier muss dringend nachjustiert werden, was die CDU anscheinend jetzt auch erkannt hat.

Liebe Leser, verstehen sie mich nicht falsch. Es geht nicht darum sich populistischen Forderungen anzuschließen. Aber um unsere Gesellschaft gegen Halbaffen wie die AfD zu immunisieren, müssen Lösungen gefunden werden, dass die Mitte der Gesellschaft auch weiterhin an diesen Staat glaubt.

Hochachtungsvoll

Ihr

Patrick P. Flausch

 

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