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Exklusivinterview: Wissenschaftler äußert sich gegenüber dem Gesellschafts-Echo zur Evolution des Toastbrots

Faktisch bewiesen: Alle Satiriker sind sapiosexuell

Wien (GE) Wir fliegen mit überdimensionalen Silvester-Raketen auf den Mond. Klettern nur mit Karabinerhaken bestückt auf den Mount Everest, lassen uns gegen Hepatitis C versichern oder schmieren uns zentimeterdick Nutella auf die Toastscheiben. Wo wir auch direkt schon beim Thema wären. Toastbrot – eine beliebte deutsche Spezialität, über die wir eigentlich nicht viel wissen. Was hat ein Toast für Gefühle? In welcher Phase der Evolution befinden wir uns mit dem Toast? Ist Toast eigentlich ein Einzelgänger oder nur in der 20er Packung ein Rudeltier?

Das Gesellschafts-Echo sprach exklusiv mit dem Ernährungsspezialisten Uwe Schlemmer (56), der sich in den letzten beiden Jahrzehnten intensiv mit dem Thema Toast und deren natürlichen Feinden befasste.

Gesellschafts-Echo: Herr Schlemmer, vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben. Um unsere Leser etwas für das Thema Toastbrot zu sensibilisieren, dürfen wir Sie bitten sich zuerst einmal vorzustellen?

Uwe Schlemmer: Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung. Vorab möchte ich einmal die entspannte Atmosphäre und die Wahl des Gesprächsortes loben. Ich habe selten Interviewpartnern am Küchentisch einer dreckigen Zweizimmerwohnung gegenüber gesessen.

Gesellschafts-Echo wirkt geschmeichelt: Vielen Dank für die warmen Worte. Aber Sie sind nicht schwul, oder? Ich werde unseren Praktikanten gleich bitten, einmal die Woche das Pfand aus der Küche zu entsorgen.

Uwe Schlemmer fährt mit sanfter aber kräftiger Stimme fort: Wir von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung haben uns, nachdem wir die Reorganisation unserer Forschungseinrichtung abgeschlossen hatten, zum Ziel gesteckt, nicht nur die Zusammensetzungen unterschiedlichster, in der Bundesrepublik Deutschland erhältlichen Lebensmittel zu erforschen, sondern viel mehr über Gefühle, Evolutionen und Aggregatzustände zu erfahren. Im Laufe von jahrzehntelanger Forschung stellte sich das Toastbrot als ideales Forschungsobjekt heraus.

Gesellschafts-Echo: Spannend. Kann man das vergleichen mit den Experimenten der Pharmaindustrie, bei denen niedliche Affenbabys mit der Anti-Baby-Pille vollgepumpt werden? Mal ganz konkret: Wie viele Toastbrote haben Sie bei Experimenten um die Ecke gebracht?

Uwe Schlemmer: Den Tod kann man nicht in Zahlen messen. Es geht um die Erkenntnisse, die für die nachfolgenden Generationen gewonnen werden. So konnten ich und mein Team bereits beweisen, dass die Angst vor Knoblauch mit abgeschabter Tostbrot-Rinde nachhaltig geheilt werden kann.

Gesellschafts-Echo: Viele sprechen bei Toastbrot auch von dem sog. Einheitsbrot. Welche Rolle hatte das Toastbrot Ihrer Meinung nach auf den Fall der Berliner Mauer und somit direkt auf die Wiedervereinigung?

 

Uwe Schlemmer holte gerade Luft, um dem Gesellschafts-Echo zu antworten, als er von Sturmklingeln der Türe unterbrochen wurde. Nach kurzer Unterbrechung des Interviews und der Klärung, wer denn das Interview stört, stand auch schon unser Kolumnist Patrick P. Flausch mit Monokel, Gehstock und heraushängender Taschenuhr im Raum. Nach kurzer gegenseitiger Vorstellung wurde schnell klar: Unser Kolumnist kam gerade aus der nächst gelegenen Kneipe, bei der er sich einen kleinen „geschnackselt hatte“ und für den nächsten Kolumnenbeitrag investigativ recherchierte. Zahlreiche Bierdeckel mit unleserlichen Notizen fielen ihm aus dem Gehrock als er unaufgefordert Platz nahm, um das Geschehen zu verfolgen.

 

Gesellschafts-Echo: Herr Schlemmer, entschuldigen Sie die Störung. Ich hoffe Sie fühlen sich nicht davon belästigt, wenn ein weiteres Redaktionsmitglied dem Gespräch beiwohnt.

Uwe Schlemmer: Nein, überhaupt nicht. Dazu muss ich gestehen, dass ich ein kleiner Fan der Kolumne von Herrn Flausch bin. Schade, dass er ab dem 01.12. nur noch exklusiv für die FAZ schreibt.

Gesellschafts-Echo: Kommen wir zu unserer Frage zurück: Welche Rolle hatte das Toastbrot Ihrer Meinung nach auf den Fall der Berliner Mauer und somit auf die wiedervereinte Bundesrepublik Deutschland?

Uwe Schlemmer: Historiker haben herausgefunden, dass…

Patrick P. Flausch fällt Uwe Schlemmer abrubt ins Wort: Alter, ohne das Toastbrot gebe es gar keine Wiedervereinigung. Ich höre immer nur „Hasselhoff“, „Don´t hassel the hoff“. Der hat nichts mit der Wiedervereinigung zu tun. Toast. Es geht ums Toast. Was für eine bescheuerte Frage. Lass lieber fragen, was es mit der polemischen Einstellung des Toastbrots gegenüber der Hochdruck-Esskultur der Schnellimbisse auf sich hat!

Gesellschafts-Echo: Ok, Herr Schlemmer. Nächste Frage: Was hat es mit der polemischen Einstellung des Toastbrots gegenüber der Hochdruck-Esskultur der Schnellimbisse auf sich?

Uwe Schlemmer: Ich verstehe die Frage nicht.

Gesellschafts-Echo spricht (etwas) lauter: Was es mit der polemischen Einstellung des Toastbrots gegenüber der Hochdruck-Esskultur der Schnellimbisse auf sich hat!

Uwe Schlemmer: Entschuldigung, ich verstehe die Frage immer noch nicht.

Patrick P. Flausch: Du sollst nicht lauter sprechen. Er versteht die Frage inhaltlich nicht. Frag „The Brain“ einfach etwas anderes.

Gesellschafts-Echo: Herr Schlemmer, vielen Dank, dass Sie sich so viel Zeit für das Gesellschafts-Echo genommen haben. Zum Schluss eine allerletzte Frage: Toastbrot hat auch einen religiösen Hintergrund. Schon in den zehn Geboten steht geschrieben: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Auf welches Jahrhundert lässt sich die Entdeckung des Toastbrots zurückführen?

Uwe Schlemmer: Alte Papyrus-Rollen haben ergeben, dass das Toastbrot bereits seit dem Perserreich ca. 525 v. Chr. im Einklang mit der damaligen Gesellschaft in Verbindung gebracht werden kann. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Röstapparaturen.

 Patrick P. Flausch fällt Herrn Schlemmer flapsig ins Wort: Hahaha…er meint Toaster! Röstapparatur!? Das heißt Toaster!

Gesellschafts-Echo: Herr Schlemmer, nochmals vielen Dank, dass wir Sie von Ihrer Arbeit abhalten durften und Sie sich unseren Fragen gestellt haben.

Uwe Schlemmer: Vielen Dank, dass ich hier sein durfte. Ich möchte diese Gelegenheit noch einmal nutzen, um meine Toastbrot-Rezeptideen auf chefkoch.de zu promoten. Das wird Ihren Leser bestimmt gefallen.

Gesellschafts-Echo: Bestimmt.

 

Zur Verabschiedung versuchte Herr Schlemmer unseren Kolumnisten Patrick P. Flausch noch die Hand zu reichen. Dieser war aber so sehr mit der Reinigung seines Monokel beschäftigt, dass er dies gar nicht mitzubekommen schien. Während des Gesprächs wirkte unser Kolumnist ziemlich angetrunken.

 

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