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PrekärPartner© – Dating für die Unterschicht

Faktisch bewiesen: Alle Satiriker sind sapiosexuell

Leipzg (GE) Die Mutter aller Online-Dating-Portale wird im kommenden Jahr ein weiteres Kind aus ihrem fülligen Leib pressen: PrekärPartner©.

Der Betreiber der etablierten Plattform Knuddels.de, die gleichnamige Knuddels GmbH, plant zu Beginn 2016 ein neues Portal für eine spezielle Zielgruppe mit besonderen Bedürfnissen. Laut der Geschäftsführung will das Unternehmen damit der zunehmenden gesellschaftlichen Prekarisierung entgegen treten und sich damit den Markt der Zukunft erschließen.

Der Markt des Online-Datings wurde in den letzten Jahren kontinuierlich revolutioniert: Neben Kennenlern-Seiten für Hässliche, Sugardaddys oder Kapitänen, wurde auch die Zielgruppe der arbeitenden Bevölkerung (http://www.jobsingles.de/) befriedigt.

In Anlehnung an die Single-Börse der Jobsingles , bei der Suchende ihren Schwarm gezielt nach Branchen wie Farmer-Singles, Media-Singles oder Metzger-Singles erfiltern können, wird PrekärPartner© die Nische der Perspektivlosigkeit schließen.

Geplant sind umfangreiche Profildarstellungen mit deren Hilfe sich die Unterklasse in seinen schillerndsten Farben präsentieren kann. So sind für die Singles spezielle Angaben möglich, wie etwa:

– Arbeitslos seit:
– Welches Buch würde ich nicht lesen wollen:
– Beste Ausrede beim Kundenbetreuer der ARGE:
– Wovon ich nicht mehr träume:
– Mein Favourites bei BSF / BTN / BSF / GNTM:
– Letzter Zahnarztbesuch:
– Welche Hobbies habe ich nicht mehr:
– Lieblingsgetränk:

Doch wer jetzt hofft in fremden sozialen Milieus auf Brautschau gehen zu können, wird enttäuscht.

Jeder unserer One-Niner* muss die Zugehörigkeit zu unserem Portal offiziell und glaubhaft verifizieren. Bei der Registrierung müssen erforderliche Dokumente, wie etwa Nachweise zur langfristigen Erwerbslosigkeit oder erfolgreichen Arbeitsverweigerung hochgeladen werden. Nur in Ausnahmefällen akzeptieren wir auch schlechte Arbeitszeugnisse vergangener Arbeitgeber, wenn diese mehr als fünf Jahre zurückliegen und eine erneute Beschäftigung unmöglich machen.“ so die Geschäftsführerin Helena Fürst im Gespräch mit dem Gesellschafts-Echo.

Zu den Kosten für die Mitgliedschaft wollte die Geschäftsführung noch keine konkreten Angaben machen. Geplant seien aber Bezahlmöglichkeiten wie etwa das Weiterleiten von Sachleistungen der Bundesagentur für Arbeit. Frau Fürst ließ durchsickern, dass etwa eine dreimonatige Mitgliedschaft mit einem Bildungsgutschein einer vierwöchigen Weiterbildungsmaßnahme abgegolten werden könne. Auch die Einsendung von Mehrwegflaschen wird voraussichtlich akzeptiert.

Seinen treuen ELITE-Panelisten bietet das Gesellschafts-Echo Mitgliedschaften zu reduzierten Beiträgen.


 

* One-Niner ugs. für alle Leistungsbezieher nach dem § 19 SGB

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