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Gefährlicher Trend: Wurst ist die neue Zigarette

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Rügenwald (GE) Was haben wir uns nicht alles gefallen lassen. Seit 2005 wird das gesellschaftliche Rauchen immer schwieriger. Podiumsdiskussionen bei einer guten Zigarre oder einer literarischen Pfeife. Bald undenkbar. Stück für Stück wird der Tabakkonsum von der Regierung zurückgefahren. Ging es ab 2005 nur um die Folgen und die Prävention des Rauchen, wurden ab 2006 die Werberichtlinien für Tabakkonzerne noch stärker eingeschränkt. Ab 2007 durfte dann im öffentlichen Räumen wie Bahnhöfen oder Gaststätten teilweise nicht mehr oder nur eingegrenzt geraucht werden. Aber wo führt das noch hin? Fühlt man sich bald als Ausgestossener am Rande der Gesellschaft? Ist man so etwas wie der Batman der abendlichen Kneipenszene, wenn man sich noch den einen oder anderen Glimmstängel gönnt. Und wo hört das ganze überhaupt auf? Im aktuellen Trend liegt ja bekanntlich die gute alte Wurst. Aber auch hier gibt es zunehmende Beschneidungen, die die ganze Gesellschaft betreffen.

Und die Medien halten sich in diesem Zusammenhang dezent zurück (Ich wollte schon immer einmal den Begriff Lügenpresse verwenden). Durfte früher der Metzger noch den Fettrand separat in eine Plastiktüte mitgeben, darf es heutzutage nur noch Tofu sein. Sie darf nicht aus Fleisch sein, muss aber so aussehen? Darf ich dann bald nicht mehr Rauchen und keine Wurst mehr essen? So weit darf es nicht kommen. Wurst darf nicht die neue Zigarette werden. Und das Wiener-Würstchen nicht zur neuen Zigarre. Für Industrie und Handel ist die vegetarische Wurst der nächste Schritt? Ist aber für die Tabakindustrie der Schritt zurück zur Schokoladenzigarette dann konsequent? In jeder Generation gibt es populistische Maßnahmen, die populistische Entscheidungen benötigen. Wie ein kleines gallisches Dorf wird versucht, die Kneipen unter 75 qm zu halten. Denn da darf noch geraucht werden. Genau da, wird neben dem Bier und der qualmenden Zigarette noch eine Wurst genossen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass damals nicht die Friedenspfeife, sondern eine Friedenswurst geteilt wurde. Selbst die Indianer wussten schon was gut ist. Und das ohne Discounter oder Taifun´s Tofu-Wiener. Gebt der Wurst eine Stimme. Eure Stimme.

Ein Jäger in einem affinen Wurst-Forum auf das Thema angesprochen, sieht in naher Zukunft eine erhebliche Diffamierung der Wurst: „Die Herren sehen die Entwicklung realistisch. Schade nur, dass Jagd und Fleischindustrie nicht differenziert betrachtet werden. Man sollte tatsächlich alleine aus gesellschaftspolitischen Gründen wieder mit dem Rauchen anfangen.“ Wir wollen keinen Weltverbesserer mit Veggie-Wurst. Niemand soll sich hinter Müllcontainer verstecken, nur um eine Wurst zu schnabulieren. Schon im Grundgesetz unter den Grundrechten Artikel 1, Absatz 1 steht geschrieben: „Die Wurst des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Oder so ähnlich. Soll es soweit kommen wie damals bei den BSE-Anfeindungen? Als die BSE-Krise anfing mussten einzelne Unternehmen bis zu 175 Tonnen Wurst wegschmeißen, obwohl sie völlig in Ordnung war, weil kein Rindfleisch darin war. Das muss man sich mal in Teewürste umrechnen. Waren bestimmt viele. Ich sage Nein zum Trend und Ja zur Sucht. Eine gute Wurst gehört in jeden Kühlschrank und auf jeden Kindergeburtstag. Es geht also um die Wurst. Bis dahin bleibt die Gefahr.

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